Hochenergie-Induktionstherapie (MRT- Therapie)
Die Hochenergie-Induktionstherapie ist ein nicht-invasives physikalisches Behandlungsverfahren. Dabei kommen hochintensive, gepulste Magnetfelder zum Einsatz. Je nach verwendetem Gerät können Feldstärken von etwa 2,5 bis 3 Tesla erreicht werden.Eine Spule erzeugt ein schnell wechselndes Magnetfeld. Nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion entstehen dadurch im Körpergewebe elektrische Felder und geringe elektrische Ströme. Diese können insbesondere Nerven- und Muskelzellen stimulieren.Da das Magnetfeld das Gewebe ohne direkten mechanischen Kontakt durchdringt, entsteht weder Druck noch Reibung auf der Haut. Abhängig von Feldstärke, Frequenz, Impulsdauer und Behandlungsregion können auch tiefer liegende Strukturen erreicht werden.
Unterschied zur Stoßwellentherapie
Die Stoßwellentherapie arbeitet mit mechanischen Druckwellen, die gezielt in das Gewebe übertragen werden. Je nach behandelter Region, Intensität und individuellem Schmerzempfinden kann die Anwendung unangenehm oder teilweise deutlich schmerzhaft sein.Bei der Hochenergie-Induktionstherapie erfolgt die Stimulation dagegen über elektromagnetische Felder. Die Anwendung wird in der Regel als schmerzfrei und gut verträglich empfunden. Während der Behandlung können ein deutliches Pulsieren oder unwillkürliche Muskelkontraktionen wahrgenommen werden. Die Intensität wird individuell angepasst.
Mögliche Anwendungsbereiche
Nach einer physiotherapeutischen Untersuchung kann die Hochenergie-Induktionstherapie ergänzend bei unterschiedlichen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt werden.Dazu können beispielsweise gehören:
- Gelenkbeschwerden und Arthrose
- Rücken- und Nackenschmerzen
- muskuläre Verspannungen und Verhärtungen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- muskuläre Dysbalancen oder verminderte Muskelaktivierung
- Überlastungsbeschwerden
- Beschwerden nach Verletzungen oder längerer Ruhigstellung
- Sehnenreizungen
- Tennis- oder Golferellenbogen
- Beschwerden der Achillessehne
- muskuläre Zerrungen und Überlastungsreaktionen
- funktionelle Beschwerden nach Bandverletzungen
Auch in der Sportphysiotherapie und Rehabilitation kann die Behandlung ergänzend eingesetzt werden, beispielsweise zur Vorbereitung auf aktive Übungen oder während des schrittweisen Belastungsaufbaus.
Ziele der Behandlung
Je nach Befund kann die Hochenergie-Induktionstherapie dazu eingesetzt werden,
- Schmerzen zu beeinflussen,
- muskuläre Spannungszustände zu verändern,
- die Muskelaktivierung zu unterstützen,
- Bewegungen zu erleichtern und
- bessere Voraussetzungen für aktive Übungen und Training zu schaffen.
Die Therapie ersetzt dabei nicht das aktive Training. Entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit ist die Kombination mit gezielten physiotherapeutischen Maßnahmen.
Physiotherapeutische Untersuchung
Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine physiotherapeutische Befundung. Dabei werden unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt:
- Schmerzlokalisation und Schmerzverhalten
- Beweglichkeit
- Muskelkraft und Muskelaktivierung
- Muskelspannung
- Stabilität und Koordination
- körperliche Belastbarkeit
- Bewegungsabläufe
- Einschränkungen im Alltag, Beruf oder Sport
Auf Grundlage dieser Untersuchung wird entschieden, ob die Hochenergie-Induktionstherapie für Ihre Beschwerden geeignet ist und wie sie sinnvoll in den Behandlungsplan integriert werden kann.
Kombination mit Physiotherapie
Die Hochenergie-Induktionstherapie kann mit unterschiedlichen physiotherapeutischen Maßnahmen kombiniert werden, darunter:
- aktive Bewegungstherapie
- Kraft- und Stabilisationstraining
- Mobilisationsübungen
- Koordinations- und Gleichgewichtstraining
- funktionelles Training
- manuelle Behandlungstechniken
- individuell angeleitete Eigenübungen
- Beratung zur Belastungssteuerung
Ziel ist es, nicht nur Beschwerden kurzfristig zu beeinflussen, sondern Ihre Bewegungsfähigkeit und körperliche Belastbarkeit schrittweise zu verbessern.
Wann ist besondere Vorsicht erforderlich?
Vor der Behandlung sollten bestehende Erkrankungen, Implantate und medizinische Besonderheiten mitgeteilt werden.Eine Anwendung muss insbesondere bei folgenden Situationen vorab sorgfältig abgeklärt werden:
- Herzschrittmacher oder implantierter Defibrillator
- Cochlea-Implantat
- implantierter Neurostimulator oder Medikamentenpumpe
- Metallimplantate im oder nahe dem Behandlungsbereich
- Schwangerschaft
- kürzlich erfolgte Operationen
- akute Entzündungen oder Infektionen
- ungeklärte starke oder plötzlich aufgetretene Beschwerden
Bei Hinweisen auf eine ernsthafte Verletzung oder eine medizinisch abklärungsbedürftige Ursache wird vor Beginn oder Fortsetzung der Behandlung eine ärztliche Abklärung empfohlen.
Behandlungskosten
53 Euro pro Behandlung
Behandlungsdauer: 30 MinutenDie Behandlung erfolgt im Rahmen einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie.Der Hersteller empfiehlt eine Behandlungsserie von sechs bis zwölf Anwendungen. Die tatsächlich sinnvolle Anzahl richtet sich jedoch nach dem individuellen Befund, dem Therapieverlauf und den persönlichen Behandlungszielen.
Individuell in Ihre Physiotherapie integriert
Ob die Hochenergie-Induktionstherapie für Sie geeignet ist, wird individuell beurteilt. Die Anwendung versteht sich als ergänzender Bestandteil einer aktiven und funktionell ausgerichteten Physiotherapie.Im Mittelpunkt stehen Ihre Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit sowie eine möglichst sichere Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport.
